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Herbstblätter

Gedanklicher Umgang
mit der eigenen Sterblichkeit

„Die meisten Menschen haben Angst vor dem Tod und vermeiden es, darüber nachzudenken“, heißt es in der World Book Encyclopedia.

Schwere Krankheiten verursachen Schmerz und Leid. Und irgendwann kommt die Zeit und der Tod lässt sich nicht mehr in die ferne Zukunft schieben. Oder man besucht ein Begräbnis nach dem anderen und muss den Verlust von immer mehr lebenslangen Freunden ertragen. Bei betagten Menschen dreht sich häufig alles um die bedrückende Frage „Wann wird es mich treffen?“
Dazu kann es von großem Nutzen und Trost sein, mit anderen Menschen über den Tod zu sprechen und so seine Angst zu bewältigen.

Die bekannte Propagandistin von Sterbehospizen und Sterbebegleitungen, Daniela Tausch-Flammer, schreibt, nachdem sie die Krebserkrankung der Mutter jäh zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Angst vor Sterben und Tod zwang:
"Ich habe erfahren, dass sich die Angst vor dem Tod verringert, wenn ich vor dieser Tatsache unserer Endlichkeit nicht fliehe, sondern mich der Angst öffne, darüber mit anderen spreche und den Sterbenden in dieser Zeit begleite.
Erstaunlicherweise hat sich gerade durch die Auseinandersetzung mit meiner Endlichkeit auch die Angst vor dem Leben vermindert. Ich habe zu einer tieferen Freude gefunden - Freude an den sogenannten Kleinigkeiten, wie an einem blühenden Baum, an einem Duft, am Wind, an der Sonne, an einem Lächeln...
Der Gedanke an die Begrenztheit meines Lebens hier auf der Erde hilft mir, mich immer wieder für die Kostbarkeit, die Wunder des Lebens zu öffnen". (D.Tausch-Flammer: Sterbenden nahe sein. Herder Spektrum)
 
Das Wichtigste, um inneren Frieden zu finden, ist, geschehenlassen und eines nach dem anderen in Liebe loslassen. Denn, wie ein Sprichwort sagt: "Wer nicht stirbt, bevor er stirbt, der verdirbt." Das bedeutet, sich buchstäblich oder im Geiste von allen Menschen zu verabschieden und alle Dinge loszulassen.
Und der Frieden, der alles Denken übertrifft, wird mit euch sein.

Oder wie "Seneka" schreibt: "Fange jetzt an zu leben, und zähle jeden Tag als ein Leben für sich".